Rehwild bereit für den Winter

Eingereicht von Looduskalender - Sa, 30.12.2017 - 21.34
Avapilt
Sisu

Kontrastierende hellere Flecken am Hals gehören zum Winterfell eines erwachsenen Rehs.


Foto: Tarmo Mikussaar
Übersetzung ins Englische: Liis

Übersetzung vom Englischen ins Deutsche: Brit

 

Estnischer Text gepostet vom Tier des Jahres  Teams 25.12.2017

Das Jahr des Rehwilds geht zu Ende- Das Jahr des Luchses klopft an die Tür. Das Rehwild kann ihres, in jeder Hinsicht, als erfolgreich ansehen.

Der vorige Winter war warm und Schnee war knapp. Es gab keine Zeit um sich um die Rehe zu sorgen. In den meisten Fällen können Arten, die an der nördlichen Grenze ihres Territoriums leben, nur von solchen Konditionen träumen.

Der vorteilhafte Winter spiegelt sich in der Nachkommenschaft wieder. Die meisten Rehe hatten zwei Kitze. Sogar Drillinge zu sehen war in diesem Sommer-Herbst keine Seltenheit.

Was in der Zukunft zu erwarten ist, wissen wir nicht. Anfang November hatten sie zu dem isolierenden graufarbigen Winterfell mit dem weißen Rumpfspiegel gewechselt. Zur gleichen Zeit verloren die Böcke ihr Geweih, das jetzt nutzlos geworden ist. Mit etwas Glück kann ein aufmerksamer Sucher ein abgeworfenes Geweih an/in Gebüschen oder neben einem Wildpfad finden. Ein aufregendes Souvenir.

Gleichzeitig mit dem Fellwechsel und dem kahlköpfig-werden ändert sich ihr Charakter. Wie durch ein Wunder verschwindet die Abneigung gegen Artgenossen. Die Grenzen der persönlichen Interessensgebiete sind vergessen. Sie werden nicht länger geschützt und bewacht. Privatbesitz  ist aus der Mode gekommen. Nachbarn wird mit freundlicher Neugier begegnet.

Jetzt haben sich kleine Gruppen mit weniger als 10 Tieren geformt. Das Rehwild weiß, dass die Chance in der Gruppe den Winter zu überleben größer ist. Es ist einfacher abwechselnd Pfade in den Schnee zu trampeln, Wache zu halten, Futter zu kratzen oder rechtzeitig einen Feind zu entdecken. Die Rudel haben keinen Anführer. Es gibt keine Hierarchie. Wenn es nicht passt, kann man die Gruppe verlassen. Im Allgemeinen wird dem Verhalten des ältesten und erfahrensten Tieres gefolgt.

In Kulturlandschaften, insbesondere mit Raps, Roggen und anderen sprossenden Feldern kann man Rudel mit mehreren Dutzend Tieren antreffen. Ein Risiko besteht darin, Ungeziefer oder Schädlingsbakterien von den Nachbarn einzufangen. Solch große Rudel in der Nähe locken auch streunende Hunde, Füchse und große Raubtiere an.

Anfang Dezember waren die Rehe im wahrsten Sinn des Wortes am schwersten. Fettreserven wurden für den kommenden Winter angesammelt. Das ist wie ein Bankkonto das hilft schlechte Zeiten zu überleben. Jäger neigen dazu die Strenge des kommenden Winters an der Menge von Talgfett und der Dicke der Speckschicht vorherzusagen. Es ist unwahrscheinlich, dass die Rehe selbst wissen, was auf sie zukommt. Eher zeigt die Menge der Vorratsspeicherung vergangene gute Zeiten an.

Ein glückliches Ende dem Jahr des Rehwilds!

Vahur Sepp