Looduskalender in Vikerraadio: Wegwarte/Zichorie blüht

Eingereicht von Looduskalender - Do., 06.09.2018 - 20.50
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Die Autorin, Kristel Vilbaste, moderiert auch Texte  in Vikerraadio

Foto: Arne Ader

Übersetzung ins Englische: Maret

Übersetzung vom Englischen ins Deutsche: Brit

Estnischer Text gepostet am 09.08.2018

Sigur

Wegwarte/Zichorie

Textkörper

Alte Leute sagen, dass, wenn die erste Augustwoche heiß ist, wir einen langen und kalten Winter haben werden und der Schnee im Frühjahr lange liegen bleibt.

Die heutigen Wetterleute waren bisher ein wenig schockiert von ihren eigenen Sommerprognosen und wagen es jetzt nicht, so weit voraus zu sagen.

Es fühlt sich an, als ob die ganze Natur sich in Watte packen würde. Die wolligen Spitzen der Disteln sind groß und weich und die Samenkapseln der Weidenröschen sehen aus wie flaumiges Gebirge. Der Boden sieht aus, als wäre er mit Nebel bedeckt, er ist so trocken. In Teilen Estlands gab es seit drei Monaten keinen Regen mehr und man kann so tief graben, wie man will, es bleibt trocken wie Asche.

Doch im verzauberten Garten der Natur können wir immer noch blühende Schönheit finden.

Eine meiner Favoriten, die Wegwarte, blüht mit ihrem organischen blauen Rock. Und obwohl behauptet wird, dass es sich um eine fremde Art handelt, für mich ist es die wichtigste Pflanze im Herzen des Sommers. Sie blüht während wir in Estland echtes Mittelmeerklima haben.

Sie kennen doch die Wegwarte? Die Pflanze mit den wunderschönen blauen Blüten, die man meist an Weizenfeldern oder an Straßenrändern findet. Die Blüten sehen so aus, als hätte Kinder sie aus blauen Papierstreifen zusammengeklebt, ungefähr ein Zentimeter lange Zungenblüten bilden ein Blütenköpfchen. Diese sind an den Spitzen der langen segmentären Stängel befestigt.

Doch für uns Menschen ist der wichtigste Teil die Wurzel. Die Pflanze hat ihren Weg nach Estland nur wegen dieser Wurzel gefunden. Sie kann als Heilkraut zur Heilung von Appetitlosigkeit oder Verdauungsproblemen verwendet werden,  doch der wichtigste Grund ist der Ersatz für Kaffee.

Vor einiger Zeit war ihr Anbau am Peipussee so profitabel wie der Anbau von Zwiebeln. Die unterschiedlichen Arten der Zichorie wurden in hohen Beeten angebaut. Und in dem Dorf gab es normalerweise ein Pferd, das mutig genug war, mit einer Fuhre Zichorie in den See zu fahren, wo sie von der Erde, die an ihren Wurzeln hing, abgespült wurde. Zichorie wurde in denselben Öfen getrocknet in denen die Peipus Stinte getrocknet wurden und diese Öfen waren jeden Herbst randvoll.

Irgendwann endete die Angewohnheit Zichoriekaffee zu trinken, dann als der echte Kaffee für jedermann erschwinglich wurde. Jedoch sind viele zum Trinken von Zichoriekaffee zurückgekehrt, da seine Auswirkungen auf den Körper nicht so schädlich sind und er kein Calcium aus dem Körper verdrängt.

Es ist jedoch nicht ratsam anzufangen Kaffee aus Zichoriewurzeln, die man am Straßenrand findet aufzubrühen, da wir heutzutage viel bessere Zichorieprodukte haben. Doch ihre Blüten sehen in der Vase immer noch wunderschön aus und es macht Spaß, wenn die Kinder sie malen.

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